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Review: SSX – Test – Defy Reality.

Wir haben für euch EA’s Arcade-Snowboarder „SSX“ getestet. Entwickelt wurde das Spiel von EA Canada, gepublisht von Electronic Arts und ist seit dem 2. März 2012 in Europa erhältlich. Der letzte Teil der Serie war ein Hit auf der PS2, wie schlägt sich der neue Titel unter neuen Bedingungen, mit neuem Entwickler und mit neuem Konzept? Finden wir es heraus!

SSX Test Topnews Review: SSX   Test   Defy Reality.

Einzelspieler und Story:

Wenn jemand bei „SSX“ tatsächlich eine ernsthafte Story erwartet, sollte er sich auf seinen Absätzen um 180 Grad drehen und seine Suche an einem anderen Ort fortsetzten. Das Spiel ist als ein arcadiger Spaßtitel gedacht, dessen Abschnitte mit einem hauchdünnen Faden einer Story verbunden werden. Zu Anfang des Spiels erhält man eine Einführung in die Geschichte hinter den Ambitionen der Boarder und dem Ziel eures Abenteuers.
Eine von drei Extremsportlern gegründeten Gruppe namens „SSX“, eine Abkürzung von „Snowboarding, Surfing, Motocross“, strebt danach, die neun tödlichsten Abfahrten unserer Erde vor allen anderen zu meistern. Unter den Mitgliedern finden sich viele verschiedene Persönlichkeiten, unter anderem Models und Musiker. Einer von ihnen, „Griff“, steigt jedoch aus der Gruppe aus und will nun alleine die tödlichen Abfahrten, die ehemals namensgebenden „Deadly Descents“ bewältigen – nun ist es eure Aufgabe ihn zu töten.
Nein, nicht wirklich. Ihr müsst die Pisten nur vor ihm abklappern und ihn dadurch schlagen, dann wird wieder alles in Ordnung sein in der kleinen Welt von „SSX“. Damit wäre schon alles an Story geklärt, was als relevant betrachtet werden kann.
Als Einzelspielermodi gibt es die „World Tour“, welche die Story beherbergt und zum Freischalten von Strecken, Charakteren und Equipment dient, und den „Erkunden“-Modus, in dem man schnelle Rennen und Events starten kann, deren Ergebnis an den Server geht und dann via RiderNet an eure Freunde weitergeleitet wird. Auch dort könnt ihr Credits für den Store gewinnen und Medaillen erwerben.
Die „World Tour“ beginnt ihr in der Rolle von Zoey, einer Motocross-Fahrerin, die keine Gefahr scheut und immer nach neuen Herausforderung sucht. Beginn eurer Weltreise sind die Rocky Mountains in den USA, dort sollt ihr den Vorsprung, den Griff gegenüber euch hat, aufholen.
Im Trick-Tutorial werdet ihr aus einem Helikopter geworfen und dürft nach Herzenslust Tricks üben, da dieser euch scheinbar in der oberen Stratosphäre abgeworfen hat und euer Fall erst mit dem Öffnen eures Wingsuits endet. Danach dürft ihr im Bodenturorial noch Fahrphysik, Sprünge und Grinds ausprobieren, bevor ihr im ersten Event euer Talent auf die Probe stellen müsst. In diesem müsst ihr ein Rennen gegen drei eurer Kollegen fahren und unter den ersten drei Boardern sein, die die Ziellinie überqueren. Erfüllt ihr diese Voraussetzung, werden neue Events freigeschaltet, in denen ihr Tricks performen müsst, um euch gegen eure Gegner durchzusetzen. Wenn ihr alle Events in einer Region abgeschlossen habt, schaltet ihr einen „Deadly Descent“, eine besonders gefährliche und schwierige Abfahrt, die verschiedene  Talente erfordern und von Region zu Region variieren, frei. Das Hauptziel bei diesen ist es, trotz der widrigen Bedingungen heile am Fuß des Berges anzukommen. So hindern euch in den „Rockies“, wie die Rocky Mountains ganz salopp im Spiel genannt werden, Bäume an einer friedlichen und stressfreien Abfahrt, in Sibirien schlittert ihr eine Piste hinunter, die euch durch vereiste Abschnitte das Lenken erschwert und mit klaffenden Gebirgsspalten gespickt ist.

Gameplay:

Die „SSX“-Reihe war schon immer eine Richtung Arcade und Spaß ausgerichtete Franchise, auch bei „SSX“ liegt der Fokus klar darauf, dem Spieler eine Show zu bieten und stellt das Adrenalin klar vor Realismus. So werden einem halsbrecherische Pisten, massive Airtime und spektakuläre Tricks geboten.
Zu dem Gameplay von „SSX“ selbst muss man wohl nicht allzu viel erklären, es ist ein Snowboard-Spiel und da snowboardet man eben einen Großteil der Zeit. Am Anfang darf man sich zwischen zwei Steuerungsvarianten entscheiden: klassisch mit den Symbolknöpfen oder mit dem rechten Stick. Durch verschiedene Kombinationen und mit unterschiedlichem Timing lassen sich verschiedene Tricks während eurer Flüge durchziehen. Wenn ihr dabei gut und spektakulär genug seid, aktiviert ihr den Tricky-Modus, in welchem euch unendlich Boost zur Verfügung steht und ihr noch wildere Tricks auf die Piste bringen könnt. Ist der Tricky-Modus aktiv befindet sich mittig am unteren Bildschirmrand in großen Lettern das Wort „Tricky“ – dieses füllt sich mit steigender Punktzahl. Sobald diese komplett orange und gefüllt ist, aktiviert ihr den Super-Tricky-Modus und der absolute Wahnsinn bricht los. Aus den Lautsprechern tönt das Theme des Modus, welches hauptsächlich aus dem Wiederholen des Wortes „Tricky“ besteht und euer Boarder kann endlich seine/ihre Signature-Moves auspacken. Das sind abgefahrene Tricks, von denen jeder Boarder einen eigenen Satz hat. So wird das Board über den Kopf gehoben, eine Art Breakdance auf diesem gestartet oder der „Wurm“-Tanzmove auf diesem vollzogen. Wie man merkt ist das Spiel, wie auch bereits erwähnt, nicht sehr realitätsnah gestaltet, was aber durchaus zu mehr Spaß durch mehr verrückte Dinge führt.
Mit den mehrfach im Test erwähnten Credits, die im Spiel auch genannt werden, könnt ihr euch im Store verschiedene Items und Ausrüstungsgegenstände kaufen, welche in die 5 Slots eures Boarders passen. So könnt ihr Boards kaufen, bei welchen es Unterschiede zwischen Geschwindigkeit, Boost und Tricks gibt, alternative Outfits für euren Snowboarder, und Equipment wie Panzerungen, Eispickel und Wingsuits, die Abfahrten auf komplizierten Strecken erleichtern. Außerdem gibt es noch zwei Spezial-Slots, die nicht im „World Tour“-Modus verfügbar sind: Ein Slot für Geotags, die ihr während des Events für andere Fahrer abwerfen könnt und ein Slot für Powerups, die nur für die Dauer eines Events halten. Diese geben euch den nötigen Vorteil für entsprechende Events, so könnt ihr damit eure Attribute stärken oder erhaltet mehr Punkte für Tricks.
In manchen Events gibt es dennoch einen gewissen Frustfaktor: So sind Klippen und Abhänge manchmal sehr schwer zu erkennen und zu umfahren, deswegen landet ihr, unserer Meinung nach zu oft, in den vernebelten Schluchten, die sich teilweise mitten auf der Strecke befinden. Aber auch da hat sich Entwickler Electronic Arts Canada Gedanken gemacht: Mit der L1-Taste könnt ihr die Zeit zurückdrehen, müsst dafür aber mit euren erfahrenen Punkten zahlen – und die Zeit läuft für eure Gegner weiter. Solltet ihr also ständig zurückspulen müssen, so sind eure Gegner in Rennen ganz schnell weit vor euch.
Das Spielprinzip hat sich gegenüber älteren Teilen der Reihe spürbar gewandelt. So ist jetzt nicht mehr das fröhlich-bunte Sammeln von Punkten allein im Vordergrund, ihr müsst jetzt auch Gefahren umschiffen und stärker auf eure Umgebung achten und euch an diese mit Equipment und Gadgets anpassen. Ob man nun Fan des alten oder neuen Stils ist, sei einem selbst überlassen.

Grafik,  Sound und Design:

„SSX“ bemüht sich sehr ein abwechslungsreiches Spiel zu sein. Jede Region hat einen eigenen Stil und eigene Charakteristika, die Snowboarder sind bunt, eigenwillig und interessant designt, zeitweise sehen die Umgebungen sehr hübsch aus und die Panoramen sind großartig. Sollte man aber mal stehen bleiben und einen genauen Blick auf Texturen und Details werfen, so fallen einige unscharfe Texturen und kleinere Schönheitsfehler auf, die im regulären Spiel aber keinesfalls sichtbar oder gar störend wären, da eh alles mit Motion Blur und anderen Filtern überzogen wird, sobald man in Bewegung kommt.
Der Soundtrack beinhaltet hauptsächliche elektronische Musik wie Drum’n’Base oder Dubstep von bekannteren Künstlern wie Skrillex, The Qemists oder Flux Pavillion, zwischendrin noch einzelne Indierock-Titel von, unter anderen, The Naked and Famous und Two Door Cinema Club. Außerdem bietet einem das Spiel die Möglichkeit, eigene Musiktitel in das Spiel einzubinden, was unserer Meinung nach ein sinnvoller und willkommener Zusatz zu nahezu jedem Videospiel ist.
Das Hauptmenü ist sehr schlank und verfügt neben den zwei Punkten zu den Einzelspielermodi noch über das „RiderNet“, in welchem Statistiken, Einstellungen und das Handbuch verborgen sind und welches vergleichbar ist zu dem in der „Need for Speed“-Serie etablierten Autolog oder dem im „Battlefield 3“ eingeführten Battlelog. Das RiderNet dient zur Verknüpfung der Community, dort könnt ihr die Rekorde eurer Freunde betrachten oder Statistiken vergleichen. Eure Bestzeiten werden automatisch mit dem Server synchronisiert, so wisst ihr sofort, wann eure Freunde Punktzahl über- oder eure Bestzeiten unterboten haben.

Multiplayer:

In „SSX“ gibt es traurigerweise keinen wirklichen Multiplayermodus, da das die gleichzeitige Einbindung von mehreren Spielern bedeuten würde, ob nun durch Online- oder Splitscreen-Modi. Das, was wir in „SSX” vorfinden, kann man höchstens als eine moderne Variante von dem verstehen, was älteren Gamers als „Erst ich, dann du“-Prinzip bekannt ist: Spieler eins fährt eine Bestzeit, danach reicht dieser den Controller weiter und Spieler zwei ist dran und versucht diese zu schlagen. So läuft das auch bei SSX: Einer eurer PSN-Freunde stellt auf einer x-beliebigen Strecke im Erkunden-Modus einen neuen Rekord auf, das RiderNet-Getriebe fängt an zu rattern und ihr werdet benachrichtigt – nun könnt ihr euch auf der gleichen Strecke versuchen und dabei möglichst seine Punktzahl überbieten. Wir haben hier also eher einen asynchronen Multiplayermodus als einen voll ausgewachenen und prächtigen Modus, in welchem man zeitgleich mit seinen Freunden eine Abfahrt meistern kann.

Eine zweite Variante dieses „asynchronen Multiplayer“ sind die Globalevents – diese sind online-only Events, die von Nutzern erstellt werden können. Es können verschiedene Regeln und Beschränkungen festgelegt, die Dauer der Events eingestellt und Sichtbarkeit beschränkt werden. Solltet ihr ein öffentliches Event erstellen, so kann jeder „SSX“-Spieler daran teilnehmen und sich um den Gewinn bewerben, der mit der Teilnehmerzahl steigt. Wenn das Event nach mehreren Tagen beendet ist, erhält der führende Boarder die Diamantmedaille und eine gigantische Menge Credits, die ihr im Laden gegen Equipment eintauschen könnt. Dazu müsst ihr allerdings den Onlinepass besitzen –  ansonsten werdet ihr aus Globalevents keinen Profit ziehen können. Gebrauchtkäufer können diesen für 10€ im PS Store nachkaufen.

Eine andere, spaßige Neuerung sind die sogenannten „Geotags“, von Entwicklern und Spielern platzierte Sammelobjekte. Man kann diese im InGame-Store für Credits kaufen und dann während Events an einer beliebigen Stelle auf einer beliebigen Strecke platzieren. Je länger es eure Freunde nicht schaffen, diese einzusammeln, desto mehr Punkte erhaltet ihr.

Gerade hier verschenkt „SSX“ sehr viel Potential, aus älteren Teilen kennt man noch den großen Spaßfaktor, den eine gemeinsame Session mit Freunden hat. Warum man hier auf jegliche Art von einem wirklichen Multiplayer verzichtet hat, ist uns unersichtlich.

Fazit:

„SSX“ macht nahezu alles richtig. Es ist ein hübsches, durchgestyltes und sauber entwickeltes Videospiel, welches dem Spieler alles bieten will, was er sich wünscht – dabei kann man aber eine gewisse Anstrengung vernehmen. Vor allem im Multiplayerbereich ist viel Verbesserungsbedarf vorhanden, möglicherweise werden weitere Modi durch Patches oder DLC nachgereicht. Die dünne Story ist kein Manko, man kauft FIFA ja auch nicht wegen der großartigen Dialoge.

Ist man ein Fan der trendigen Wintersportart oder hat Freude an leichter Unterhaltung für Zwischendurch, sollte auf jeden Fall zu „SSX“ greifen. EA hat wieder mal ein gutes Spiel abgeliefert, welches nicht wirklich Fläche für Angriffe bietet.

SSX Review Bewertung 9.02 Review: SSX   Test   Defy Reality.

4 Kommentare

  1. A.Siller

    4. März 2012 at 10:13

    Besonders die zweite Strecke bei den Rocky Mointains finde ich sehr schwer! :D Aber ansonsten echt cooles Spiel. Die Serie wird uns wahrscheinlich jetzt öfter begegnen. Ich hoffe es auf jedenfall.

  2. SNowBoA

    4. März 2012 at 12:56

    AUF DIESES SPIEL HABE ICH GEWARTET!! MEGA HAMMER GEIL WIE DIETER BOHLEN JETZT SAGEN WÜRDE! KLARE KAUFEMPFEHLUNG!!

  3. Markus

    4. März 2012 at 19:14

    Kann man sich mal anschauen und ausleihen. Ihr wisst aber auch immer wie man einen lust auf ein spiel machen kann ihr schweine. ;)

  4. GTA BOZZZ

    5. März 2012 at 05:28

    bestimmt cooles spiel, multiplayer ist meiner meinung nach überflussig da ea die server eh nach 1 jahr abschaltet. wieviel speicher braucht es denn auf der ps3 ?

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