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Review: Resident Evil Operation Raccoon City – Test

Wir haben für euch „Resident Evil: Operation Raccoon City“ getestet, welches von Slant Six Games und Capcom entwickelt wurde, von Capcom veröffentlicht wird und am 23.3.2012 erscheint. Zusammen mit dem Umbrella Security Service Einsatzteam „Wolfpack“ haben wir uns nach Raccoon City begeben.

Resident Evil Operation Raccoon City Test Review Review: Resident Evil Operation Raccoon City – Test

Story:
Die Story von „Operation Raccoon City“ ist im September 1998 angesiedelt, zur Zeit von Resident Evil 2 und 3 und stellt eine Art Rahmenhandlung dar. Erstmals in der Geschichte der beliebten Serie ist es nun möglich, das Geschehen aus einer anderen Perspektive zu erleben – Nämlich aus der Sicht der Bösen.
Ihr seid ein Mitglied des Umbrella Security Service und sollt nun dafür Sorge tragen, dass die korrupten Machenschaften eures Brötchengebers Umbrella verdeckt bleiben. Das heißt, dass Beweise, die belegen, dass Umbrella nicht nur ein Pharmazieunternehmen ist, sondern gefährliche Biowaffen und Viren herstellt, vernichtet und jeder Augenzeugen eiskalt beseitigt werden muss.
In eurer ersten Mission werdet ihr noch von Mentor und Anführer HUNK (Human Unit Never Killed) in das Labor von Dr. William Birkin begleitet, später seid ihr auf euch allein gestellt. So erlebt ihr nicht die Handlung wie wir sie kennen, sondern agiert immer im Hintergrund, stets darum bemüht Umbrellas Deckmantel mittels Sabotage oder Manipulation zu sein. Allein in einer Stadt, in der alles aus den Rudern läuft und ihr euch inmitten von gefräßigen Untoten und gefährlichen Mutationen wiederfindet, kämpft ihr nicht nur um die Wahrheit verborgen zu halten, sondern auch um das eigene Überleben. Als ob das nicht reichen würde, entsendet die Regierung militärische Spezialeinheiten, um der Lage Herr zu werden. Da hilft nur noch durchladen, Waffen entsichern und hinein ins Getümmel!

Gameplay:
Jetzt fragt ihr euch sicher: “Was? Durchladen? Es ist doch ein Resident Evil Spiel, es sollte doch „Survival Horror“ sein!“ Dem ist aber nicht so, denn „Resident Evil: Operation Raccoon City“ versteht sich als waschechter Third-Person-Shooter, ein Spin-Off der Serie, das im Resident Evil Universum angesiedelt ist.
So dürft Ihr euch zu Beginn eines jeden Levels ein 4-köpfiges Team aus insgesamt 6 schlagkräftigen Soldaten zusammenstellen, welche allesamt verschiedene Fähigkeiten besitzen. So ist zum Beispiel Vector der Stealth-Spezialist, welcher sich mit Hilfe seines Tarnmantels unsichtbar machen kann oder kurzzeitig das Aussehen eines befeindeten Soldaten annimmt. Oder 4-Eyes, die asiatische Feldexpertin des Teams, welche bewusst Gegner mit dem T-Virus infizieren kann, damit diese zu Zombies werden und ihre Kameraden anfallen. Zudem könnt ihr für euren Charakter noch die Waffen festlegen, von Pistole, Maschinenpistole über Schrotflinte ist alles dabei. Weitere Schusswaffen könnt ihr mit Erfahrungspunkten freikaufen, welche ihr nach jeder abgeschlossenen Mission erhaltet. Das sind unter anderem schwere Maschinengewehre und Scharfschützengewehre, oder die aus der Serie bekannte „Samurai Edge“-Pistole, die speziell für die Mitglieder von „ S.T.A.R.S.“ angefertigt wurde.
Ebenfalls lassen sich neue Fähigkeiten für eure Charaktere kaufen, welche in aktive und passive unterteilt sind. Passiv wäre zum Beispiel die Fähigkeit als Medic Bertha mehr Heilsprays tragen zu können. Aktiv wäre eine Injektionspistole, mit der sie sich selber oder ihre Kollegen in einen Adrenalinschub versetzen kann, welches beispielsweise schnelleres Laufen und Nachladen ermöglicht. Habt ihr das Team, die Waffen und die Fähigkeiten gewählt, geht es hinein in die Stadt der Toten.
Wie in einem Third-Person-Shooter üblich, könnt ihr hinter allen möglichen Gegenständen und Objekten Deckung suchen, was nicht immer 100% funktioniert, gezielt oder blind aus dieser heraus feuern, Granaten werfen und so weiter. Neue Waffen entnehmt ihr in den Leveln verteilten Kisten, die ihr aufschießen müsst oder nehmt sie gefallenen Soldaten ab. Allerdings verzichtet „Operation Raccoon City“ auf schnelle Ausweichmanöver wie seitliches wegrollen oder Ähnlichem, was sich nicht negativ auf das Spielgefühl auswirkt, aber manchmal doch nützlich gewesen wäre.
Dafür bietet es allerdings viele Neuerungen. Zum einen könnt ihr per Halten von L2 blitzschnell eure Pistole zielen und mühelos mit dem rechten Stick in jede beliebige Richtung zielen, was ungemein hilft, wenn ihr umzingelt von den fleischfressenden Toten seid. Zum anderen die Möglichkeit im Nahkampf in jegliche Richtungen Combos auszuführen, welche nicht nur stilvoll aussehen, sondern je nach Endung einen anderen Zweck erfüllen. So nehmt ihr zum Beispiel einen Zombie als Schutzschild vor euch oder rammt eben diesem brutal das Messer von unten in den Kopf. Beziehungsweise werft ihn zu Boden, um seinen Kopf mit einem gezielten Tritt zu bearbeiten.


Wie bereits erwähnt, wollen euch nicht nur Umbrellas eigene Kreaturen ans Leder, sondern auch eine spezielle Militäreinheit, welche genau das wollen, was ihr verhindern sollt. Überlebende retten und Umbrellas finstere Nebenbeschäftigung auffliegen lassen.
Dieser „3 Fronten Krieg“ ist ein gut ausgeklügeltes System, den ihr euch auf bestimmte Art zu Nutze machen könnt. Seht ihr Spec Ops – Einheiten, welche sich am anderen Ende der Straße hinter Autos und Mülltonnen verschanzt haben, könnt ihr die umherstreifenden Untoten dazu nutzen, die Soldaten abzulenken oder sogar zu töten. Schießt man oft genug auf einen Soldaten, beginnt dieser gelegentlich aus einer Wunde zu bluten, was für alle sich in der Gegend befindenden Zombies bedeutet, dass es was zu futtern gibt. Doch dieses Feature ist ein zweischneidiges Schwert, denn es kann euch selber auch treffen – dann findet man sich plötzlich selber auf der Speisekarte der Untoten wieder.
Zwar stellen Zombies neben Soldaten, Lickern, Huntern und sogar dem aus Teil 3 bekannten Nemesis die leichtesten Ziele dar, doch sollte man sie niemals unterschätzen. Sie stecken voller Überraschungen. Die Untoten können sich nicht nur bei zu viel eigenem körperlichen Schaden zu den aus dem Resident Evil Remake bekannten Crimson Head verwandeln- eine Art rothäutiger Zombie mit Krallen, der sehr schnell und sehr aggressiv ist- sie können auch durch Bisse, Kratzer und ihr Erbrochenem dafür sorgen, dass ihr euch selber mit dem T-Virus infiziert. Seit ihr erst einmal infiziert, färbt sich eure Health-Leiste blau, nimmt stetig ab und eure Sicht verschwimmt zunehmend. Ist die Leiste einmal leer, ist die Spielfigur zum Zombie geworden und attackiert wahllos und unkontrollierbar die anderen USS Mitglieder. Dem entgegenwirken könnt ihr mit einem Antivirus-Spray, was ihr durch das Erlegen von Gegnern erhaltet oder in den Räumlichkeiten, Straßenecken und Gassen finden könnt. Ihr könnt aber auch die Phase der „Zombiefizierung“ bis zum Schluss ausnutzen, denn die Transformation hat auch einen großen Vorteil: Einmal infiziert, ist eure einzige körperliche Schwachstelle der Kopf, der Rest des Körpers zeigt sich vollkommen unbeeindruckt von jeglichen Angriffen, was sehr nützlich im Kampf gegen große Soldatengruppen sein kann.
Die zu Anfang erwähnten Spezialfähigkeiten eurer Truppe spielen natürlich auch eine wichtige und strategische Rolle in den Gefechten. So infiziert sich zum Beispiel Four-Eyes Beltway, welcher als Sprengstoffexperte mehr Granaten tragen kann, absichtlich mit dem T-Virus, um in die Menge rennen und diese mit Granaten eindecken zu können. Oder er wirft eine Pheromon- Granate auf einen bestimmten Punkt, welche dann alle Zombies anlockt und zerfetzt. Vector ist es möglich, mit seinem Tarnmantel unsichtbar zu werden, durch die feindliche Soldatengruppe zu rennen und diese von Hinten anzugreifen, während die anderen Teammitglieder weiterhin von Vorne angreifen.
Es scheint zahllose Wege zu geben, um die Fähigkeiten der einzelnen Charaktere sinnvoll einzusetzen. Doch davon kann man ohne menschliche Mitspieler nur träumen, denn die KI der eigenen Leute ist so schwach, dass wirklich kombiniertes taktisches Vorgehen so gut wie nie möglich ist. Eure Kollegen laufen blindlinks in Minen mit Laserschranken, heilen sich nicht gegenseitig oder nur dann wenn es unangemessen erscheint, suchen trotz starker Schusswaffe den Nahkampf. Man könnte ewig über die fehlende Intelligenz der Kollegen berichten. Ihr seid gerade im späteren Verlauf des Spiels oft auf euch alleine gestellt, weil eure Kollegen wieder mal aus irgendeiner Dummheit heraus das Zeitliche gesegnet haben. Zwar könnt ihr diese, wenn ihr ihre leblosen Körper erreicht, wiederbeleben, doch das ist nicht immer so leicht. Oftmals diente ihre Wiederbelebung der Ablenkung, sodass die eigene Spielfigur nicht das einzige Ziel darstellt.
Die Gegner KI ist dagegen besser gelungen. Zwar nicht die Schlauste, aber da die Soldaten so akkurat schießen, ist man manchmal froh, dass man sich ihrer nicht zu stark ausgeprägten Intelligenz für Flanken bedienen kann. Die Zombies und Monster sind ebenfalls nicht besonders helle, was sie aber auch nicht sein müssen, es sind Monster, es reicht eigentlich, wenn sie bei Blickkontakt alles attackieren was sich bewegt.

Grafik und Sound:
Slant Six Games bedient sich der eigenen Hexane Engine um „Resident Evil: Operation Raccoon City“ Leben einzuhauchen. Sie schafft es, enge Korridore und weitläufige Straßenabschnitte gleichermaßen gut darzustellen. Und auch die Charaktere, Soldaten und Monster können sich durchaus sehen lassen. Stimmige Licht- und Schatteneffekte, die zum Beispiel durch Laternen, offene Feuer oder Blaulicht von Polizeiwagen und Krankenwagen entstehen, sorgen dafür, dass Raccoon City bedrohlicher und düsterer aussieht als wir es zuletzt in Erinnerung hatten.
Die Entwickler haben sich vor allem viel Mühe gegeben, Raccoon City authentisch wiederzugeben und auch viel Wert auf das Detail gelegt. So besucht man nicht nur bekannte Orte aus Resident Evil 2 und 3, wie das Krankenhaus, das Rathaus, den Friedhof oder das Raccoon City Police Department, sie besitzen sogar teilweise den exakt gleichen Aufbau. So war der Aufbau der Polizeistation, so weit wie zugänglich, wirklich eins zu eins übernommen wurden, was das Herz der Fans natürlich höher schlagen lässt. Auch eher nebensächliche Orte wie zum Beispiel Kendo´s Gunshop, das erste Gebäude, das man bei Resident Evil 2 betritt, befindet sich im Spiel, ebenfalls da, wo man es erwartet. Klasse gemacht!
Auch der Sound kann überzeugen. So wirkt die ganze Soundkulisse stets beklemmend und bedrohlich, die Schusswaffen klingen authentisch und nicht zu überzogen wie mancher Hollywood Pendant. Die Zombies, Licker, Hunter und Gefährten geben ihre serientypischen Geräusche von sich, wobei lediglich Nemesis nicht seine Original-Sounds aus Teil 3 hat. Ebenso ist es beim Aufnehmen von Items. Nichts wirkt überzogen oder fehl am Platz. Besonders positiv aufgefallen ist auch, dass die Personen bei der englischen Sprachausgabe bei den Story-Elementen aus Teil 2 und 3 ihre original Sätze mit original Stimme sagen, was wieder verdeutlicht, dass viel Wert auf Nostalgie im Spiel gelegt wurde.
Die in Deutschland erhältliche Version von “Resident Evil: Operation Raccoon City” besitzt eine USK 18- EInstufung, doch wurde an einigen Stellen die Zensurschere angesetzt. So gibt es einige Unterschiede, die aber nicht das Gameplay an sich beeinflussen.

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Multiplayer:
Es lässt sich nicht abstreiten, dass das Spielen mit mehreren Personen der Fokus dieses Spiels ist, sei es nun die Hauptkampagne oder die Extra Spielmodi. Das ganze Spiel macht mit mehreren Mitspielern einfach mehr Spaß und mehr Sinn, eben weil die KI des eigenen Teams oftmals nicht das tut was sie soll. Erst dann ist es nämlich möglich das volle Gameplay-Potenzial auszuschöpfen und bestimmte Taktiken (siehe Oben) anzuwenden. Allerdings ist das Spiel nur online spielbar – einen Splitscreenmodus sucht man vergeblich.
Im Multiplayer, welcher sich „Versus“ Mode nennt, gibt es einige unterschiedliche Spielmodi. Team Attack ist eine Art Team Deathmatch, bei dem USS und Spec Ops um Punkte in bestimmten Locations aus der Kampagne kämpfen. Zusätzlich gibt es Zombies und anderen Mutanten, welche ebenfalls bei Tötung Punkte für das eigene Team einbringen. Im Modus Biohazard versucht jedes Team Proben des G-Virus, von denen immer nur eine im Level erscheint, sicherzustellen und in den eigenen Abwurf-Container zu bringen. Ein Capture the Flag ähnlicher Modus. Bei dem Heroes Mode ist es möglich die aus der Serie bekannten Figuren Leon S. Kennedy, Claire Redfield, Rebecca Chambers, Carlos Oliviera, Ada Wong, HUNK, Nicholai und den neuen Charakter Lone Wolf zu spielen. Die Helden der Serie treten gegen die Schurken im Deathmatch an. Stirbt ein Held, kann er nur noch als normale USS oder Spec Ops Truppe respawnen. Sind alle Helden einer Seite tot, ist das Spiel beendet. Zuletzt gibt es noch den Survivor Modus, in dem man solange gegen immer stärker werdende Gegnerhorden ankämpfen muss, bis das eigene Team von einem Helikopter gerettet wird.
Auch im Multiplayer verdient man Erfahrungspunkte, welche man für Waffen und Fähigkeiten ausgeben kann. Multiplayer und Singleplayer teilen sich diese Option, sodass erworbene Waffen und Fähigkeiten in beiden Modi gleichermaßen verwendet werden können.

Fazit und Bewertung:

„Resident Evil: Operation Raccoon City“ versucht keinesfalls ein offizieller Teil der Serie zu sein oder diese fortzuführen. Es verzichtet auf Munitionsknappheit, wenig Heilmittel und gut platzierte Schockeffekte, bietet aber ein gutes Coop/Multiplayer Erlebnis, welches gerade die frühen Fans der Serie mit seiner Liebe zum Detail anzusprechen weiß. Das Ende des Spiels wirkt etwas unfertig, was aber bestimmt mit DLC Content in der Zukunft ausgemerzt wird. Wer gerne mit Freunden online spielt, etwas sucht, was vertraut und doch neu ist und für die, die ihr Herz in Raccoon City verloren haben, die sollten definitiv mal einen Blick riskieren. Was bleibt ist eine Kampagne, die aufgrund der KI-Schwächen der Gruppe eher mit Mitspielern den maximalen Spaß bringt und ein tolles Online-Erlebnis, was bisher ohne jegliche Lags auskommt. Dennoch sollte man bedenken, dass man beim Kauf nicht ein klassisches Resident Evil erhält, sondern ein Spin-Off der Serie.

Resident Evil Operation Raccoon City Review Bewertung 7.5 Review: Resident Evil Operation Raccoon City – Test

4 Kommentare

  1. Resi-Fan

    22. März 2012 at 12:03

    Ich habs auch endlich schon und hab bis jetzt 3 stunden gespielt. Ich habe mich unendlich auf das spiel gefreut aber irgendwie kommt der horror-faktor bis jetzt wirklich ein wenig zu kurz. Eigentlich schade aber ich habs mir schon gedacht. Ist aber trotzdem ein geiles spiel besonders die vielen andeutungen zu den anderen teilen geil

  2. Feel_the_BeAT

    22. März 2012 at 12:50

    Hört sich interessant an. Ist mal was komplett anderes, oder? Werde ich mir mal aus der Videothek ausleihen.

  3. Truffy Pearl

    22. März 2012 at 20:20

    Hmmm werde es mir trotzdem kaufen. Habe schon ettliche Gameplayvideos gesehen und muss sagen, dass mir die Szenen bislang befallen haben.

  4. Chris

    22. März 2012 at 20:53

    @feel: Man kann es nicht mit DER Serie Resident Evil vergleichen, doch ist es dennoch ein gutes Spiel.
    @truffy: warum denn “trotzdem”? 7.5 ist doch keine schlechte Wertung. Es gibt auch Reviews mit 3.0 und 4.0. Diese haben aber wahrscheinlich ein Horror Spiel erwartet. lol naja muss jede Redaktion selbst entscheiden.

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