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Review: Medal of Honor Warfighter im Test

In unserem neuesten Test haben wir für euch EA’s und Danger Close’ Ego-Shooter “Medal of Honor: Warfighter” getestet, doch konnte uns der Titel auch überzeugen oder ist das Spiel ein authentischer Reinfall? Das erfahrt ihr in unserem ausführlichen “Medal of Honor: Warfighter” Test.

Medal of Honor Warfighter Test Review: Medal of Honor Warfighter im Test

Singleplayer & Multiplayer:

“Medal of Honor: Warfighter” erzählt die Geschichte mehrerer Tier 1 Soldaten, die unter dem direkten Befehl der National Command Authority stehen. Es gibt in jedem Land nur eine sehr geringe Anzahl von diesen Spezialeinheiten, die meistens dann zum Einsatz kommen, wenn eine Mission besonders schwierig zu sein scheint und auf gar keinen Fall scheitern darf. Die Anzahl der Tier 1 Soldaten ist streng geheim und wird auf wenige hundert geschätzt.

Der Spieler schlüpft in “Medal of Honor: Warfighter” genau in diese Rolle. Wir sind auf internationalen Schauplätzen unterwegs und müssen Ereignisse aus der Realität mit echten Feinden erledigen. EA und Danger Close haben die Vorgehensweise der Soldaten und die Missionen mit internationalen Elitetruppen zusammen entwickelt, um den authentischten Ego-Shooter aller Zeiten zu entwickeln. Das Konzept hörte sich im Vorfeld relativ interessant und spannend an, doch wie wurde die Idee in die Tat umgesetzt.

Neben einer Geiselbefreiung in Abu Sayyafs Festung in Basilan auf den Philippinen kämpfen wir uns beispielsweise auch einen Weg in die Piratenstadt an der Küste von Somalia von Al-Shabaabs. Die Settings wurden auf jedenfall sinnvoll gewählt und kommen realistisch und glaubwürdig zur Geltung. Doch auch die Story wurde sehr überzeugend dargestellt, da diese auch die Schattenseite der Soldaten zeigt. Familie und Freunde gibt es so gut wie nicht mehr, keine Zeit für die Freizeit und mehr. Die Tier 1 und deren Angehörige müssen viele Opfer bringen, um unser aller Leben zu retten. Genau diese Geschichte erzählt uns “Medal of Honor: Warfighter” auf Basis wahrer Begebenheiten, doch sind die gezeigten Szenen teilweise alles andere als Realistisch.

Wir schlüpfen in die Rolle des Tier 1 Operators Preacher, der sich durch die langjährigen und nervenaufreibenden Einsätze von seiner Frau langsam aber stetig immer weiter entfernt hat. Seine heile Welt, für die er überhaupt in die gefährlichen Regionen gezogen ist, liegt in Trümmern und er findet einen Scherbenhaufen seines Lebens vor. Während er versucht seine Ehe und Familie zu retten, wird Preacher und seine Kameraden zu einem erneuten Einsatz gerufen. Neben einigen neuen Charakteren sehen wir auch alte Bekannte wie Mother aus “Medal of Honor” aus dem Jahr 2010. Ein extrem tödlicher Sprengsatz bedroht die Zivilbevölkerung und wird möglicherweise die ganze Welt erschüttern, wenn die Gegner nicht rechtzeitig gestoppt werden. Doch können wir die globale Bedrohung erfolgreich bekämpfen und die Welt vor dem Untergang retten?

“Medal of Honor: Warfighter” wäre keine “Medal of Honor”, wenn es keinen Multiplayer gäbe. Gleich zu Beginn: Der Multiplayer-Modus ist den Entwicklern sehr gut gelungen und macht jede Menge Spaß. Es gibt viele unterschiedliche Karten, wie Tungawa-Dschungel, Somalia Festung und die Sarajewo-Station. Besonders im Vorfeld und auf der Gamescom 2012 konnte man schon ausgiebig den Fireteam-Modus anspielen, bei dem man mit einem Freund ein Fireteam bildet. Agiert ihr zusammen als Fireteam bekommt ihr mehr Punkte und habt bessere Chancen im Multiplayer-Modus zu überleben.

Es gibt viele Modi, welche sich von Eroberung über Sektorenkontrolle bis hin zu einem neuen, wirklich coolen Modus erstrecken. Dieser Modus nennt sich Homerun und macht besonders mit Freunden richtig Laune. Zwei Teams treten hier gegeneinander in 10 Runden à drei Minuten an und müssen die gegnerische Flagge in die eigene Basis bringen. Alles wie Capture the Flag, doch nun kommt der Clou – Ihr habt nur ein Leben, seid ihr gestorben, müsst ihr warten, bis die drei Minuten vorbei sind oder ihr eine Flagge erfolgreich abgegeben habt. Nach fünf Spielrunden werden die Seiten gewechselt, da immer nur ein Team eine Flagge verteidigen beziehungsweise erobern muss.

Der Online-Modus von “Medal of Honor: Warfighter” bietet jede Menge Anpassungsmöglichkeiten der Waffen- und Charakter-Klassen. Bei den Waffen könnt ihr das Visier, die Mündung, das Magazin und auch die Tarnung wechseln. Diese Dinge schaltet ihr durch Erreichen bestimmter Punkte frei und könnt diese dann direkt einlösen.

Gameplay:

“Medal of Honor: Warfighter” bietet als Ego-Shooter selbstverständlich jede Menge Waffen, die ihr im Verlauf der einzelnen Level von den Gegnern aufsammeln könnt. Diese erstrecken sich von Schrotflinten über Maschinengewehre bis hin zu Scharfschützengewehre oder gar Luftangriffen. Das Spiel steuert sich wie jeder andere Ego-Shooter auch und bietet keine wirklichen Highlights. Das vorab angekündigte “Türen aufbrechen” – Feature, welches spannend und gut sein sollte, ist eher etwas lahm umgesetzt worden und nach mehrmaligen Benutzen schon fast nervig. Klar ist es die ersten paar Male beim Einsetzen sehenswert, doch wollte der angekündigte Spannungsfunke nicht so sehr überspringen. Möglicherweise liegt es auch an der Tatsache, dass man teilweise in einem Level mehrere Türen aufbrechen muss und es somit einfach nur noch langweilig wirkt. Habt ihr eine Tür mit einer der verschiedenen Möglichkeiten aufgebrochen, könnt ihr in Zeitlupe die Feinde ausschalten. Schaltet ihr eure Gegner mit Kopfschüssen aus, schaltet ihr neue Aufbrechungsfähigkeiten frei. Diese sind beispielsweise Schrotflinte, Brecheisen oder die geballte Manneskraft.

Sehr gut hingegen haben uns die Missionen mit steuerbaren Fahrzeugen gefallen. Neben einer Verfolgungsjagd im schnellen Auto, einem Helikoptereinsatz und einer lustigen Wasserfahrt bekommt ihr hier einiges mit viel Action geboten. Problem ist hierbei nur, dass man eben genau diese erwähnten Dinge schon in unzähligen anderen Spielen gesehen hat, die es ähnlich gut umgesetzt haben. Erwähnenswert ist hier aber eine Stealth-Mission, bei der wir uns während der Fahrt eines Autos nicht von Patrouillen erwischen lassen dürfen. Diese Mission war neu und spannend zugleich.

Die Deckung in “Medal of Honor: Warfighter ist etwas holprig und nicht so gut umgesetzt worden, wie man es teilweise bräuchte. Man steht hinter einer Mauer und kann sich während dem Halten der L2-Taste ein wenig nach links oder rechts lehnen, um hinter die Mauer zu linsen und zu schießen. Erfüllt zwar seinen Zweck, doch hätte man hier noch einiges optimieren können.

Ein weiterer großer Fehler ist die künstliche Intelligenz auf beiden Seiten. Die Gegner fallen von Häuser runter, schießen in Mauern und passen sich nicht eurem Spielverhalten an. Das heißt im Klartext: Ihr sterbt und wisst genau, wo sich eure Gegner befinden, da sie sich stets an den vorgegebenen Punkten aufhalten. Dennoch können diese beispielsweise auf “Schwer” schießen wie die Großen. Zack – Zack – Tod. Doch nicht nur die KI der Gegner, sondern auch die von unsereren Kameraden lässt zu wünschen übrig. In der ersten Mission, in der wir an den Strand kommen sollten, haben uns jeden Mal unsere eigenen Kameraden abgeschossen! Neidisch auf meine Präzision? Nach einer kompletten Neuinstallation und Löschen des Speicherstandes konnte diese Situation zwar behoben werden, doch waren wir über dieses Missgeschick nicht sonderlich erfreut. Allgemein betrachtet, sind unsere Partner nicht die Hellsten und rennen auch mal gerne in unser Schussfeuer, blocken uns oder schieben einen aus der Deckung mitten in die Schussbahn der Gegner – vielen Dank aber auch.

Medal of Honor Warfighter Test 06 Review: Medal of Honor Warfighter im Test

Grafik & Sound:

“Medal of Honor: Warfighter” fängt mit einer fantastischen Inszenierung an: Wir befinden uns in einer Nacht-Mission und müssen einen Lastwagen in die Luft jagen – klingt relativ leicht, doch endet die Mission in einem wahren Flammenmeer. Container fliegen vom großen Frachtschiff mitten vor unsere Füße, Gegner rennen in Flammen auf uns zu und wollen uns mit in den Tod reißen. Dank der Frostbite 2.0 Engine von DICE sieht es auch einfach gradios und bombastisch aus. Die Nässe des Bodens, die wackelnden Zäune und allgemein die düstere Atmosphäre wissen zu begeistern. Im Verlauf der Story fallen aber leider an manchen Stellen einige matschige und unscharfe Texturen auf, wobei diese nicht so ins Gewicht fallen.

Die Settings der einzelnen Level wurden gut und glaubhaft umgesetzt und sehen manchmal echt atemberaubend aus. Die Grafik ist teilweise manchmal sogar besser als in “Battlefield 3″, ganz besonders der oben beschriebene Anfang. Aber auch die Verfolgungsjagd zwischen den Marktständen mit dem cool inszeniertem Ende hat uns unterhalten. Die Licht- und Schatteneffekte sehen sehr gut aus und ergänzen die im Großen und Ganzen schöne Grafik. Die Zwischensequenzen des Spiels wurden sogar noch besser umgesetzt, wobei wir nicht ganz verstehen können, wieso sich Preacher in diese Frau verliebt hat? Vielleicht hat sie einen guten Charakter…

Die musikalische Untermalung des Spiels wurde auch exzellent integriert. Die Sound- und Waffeneffekte laufen zu höchstformen auf, wenn uns links und rechts die Kugeln um die Ohren fliegen. Die Waffen haben alle verschiedene Sounds und hören sich nicht wie in manch anderen Spielen wie Wasserpistolen an. Danger Close konnte hier im Vergleich zum Vorgänger nochmal eine Schippe drauflegen und präsentiert ein wahres Spektakel für die Ohren.

Fazit & Bewertung:

Um auf die Anfangsfrage einzugehen, ob “Medal of Honor: Warfighter” ein authentischer Reinfall ist, können wir ganz klar sagen: NEIN! Die Entwickler von Danger Close haben vieles richtig gemacht aber vieles leider auch eben nicht. Die Kampagne ist nicht sonderlich spektakulär und ein wenig einfallslos, wobei dennoch kleine Höhepunkte vertreten sind, die wiederum von langweiligen Passagen abgelöst werden – eben der Durchschnitt. Die Kampagne von “Medal of Honor: Warfighter” ist auf jedenfall nicht schlecht, aber eben nur durchschnittlich und es fehlt das gewisse Etwas. Der Multiplayer von “Medal of Honor: Warfighter” hat hingegen einen richtig guten Eindruck hinterlassen – die verschiedenen Spielmodi, ausgeglichenen Karten und unter anderem die unzähligen Anpassungsmöglichkeiten machen vieles wieder gut und lassen das Spiel in einen akzeptablen Wertungsbereich rutschen. Eingefleischte Multiplayer-Spieler sollten zugreifen, wobei Spieler, die eine packende Story erwarten, eher auf ein anderes Spiel ausweichen sollten. Auch die kurze Spielzeit von rund 5 Stunden trübt den Gesamteindruck. Dennoch motiviert zusätzlich der Tier 1-, Harcore- und -Multiplayer-Modus zum Weiterspielen.

Medal of Honor Warfighter Review Bewertung 7.5 Review: Medal of Honor Warfighter im Test

5 Kommentare

  1. govenor

    26. Oktober 2012 at 15:17

    So lächerlich die Massenware-Shooter…

    5 Stunden unspektakuläre standart Kost…und dafür soll man dann nen 50er hinblättern…ist echt frech.

    Medal of Honor ist nichtmehr das was es mal war, damals die WW2 Kriegsshooter waren klasse. Klar ist der zweite Weltkrieg jetzt ausgelutscht aber sonen anti terror schrott will doch keiner mehr sehen.

    Ich bin froh dass sich Entwickler noch trauen was neues zu versuchen wie zB bei Dishonored.

  2. Truffy Pearl

    26. Oktober 2012 at 17:29

    @govenor Zwar hat die Kampagne nur eine Spielzeit von 5 Stunden, dennoch ist sie echt geil aufgebaut. Besitze das Spiel auch und ich muss ehrlich sagen das es sich lohnt. Einen Multiplayer, Hardcore und Tier1- Modus bietet es ja auch.

  3. govenor

    27. Oktober 2012 at 00:52

    trotzdem fehlt vielen Entwicklern der Mut mal was neues eigenes zu machen…nich das Xte remake, reboot oder sequel.

    Die leute müssten mal wieder kreativ sein anstatt mit dem CoD strom zu schwimmen und dem alles anzupassen

  4. Alias

    27. Oktober 2012 at 15:14

    Das Problem mit MMS-Shootern ist einfach die extreme Linearität, die fehlende Freiheit und der immer weiter wachsende Einfluss von Casual-Elementen wie Quicktime-Elementen oder “Drücke X, sonst darfst du nicht weiter vorrücken.”

    TotalBiscuit hat dazu ein sehr gut veranschaulichendes Video produziert, welches sich auf Medal of Honor, aber auch andere Modern Military Shooter (MMS) konzentriert:

    http://www.youtube.com/watch?v=JOHyD49DaeA

  5. Markus

    27. Oktober 2012 at 16:13

    Kann ich nur so unterschreiben. Story naja, Multiplayer gut gemacht.

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