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Review: Syndicate – Der Science-Fiction-Shooter im Test

Wir zeigen euch in unserem heutigen Test zum Ego-Shooter “Syndicate”, ob es den The Darkness-Entwicklern Starbreeze gelungen ist, dem ehemaligen Syndicate von Bullfrog aus dem Jahre 1993 neues Leben einzuhauchen. Ist der Sprung zum neuen Genre geglückt oder ist es doch nur ein 0815 Shooter geworden? Wir begeben uns ins Jahr 2069 und klären diese Frage…

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Singleplayer:
Wir befinden uns nun im Jahr 2069 in der Zukunft, in dem politische Mächte nichts mehr zu sagen haben. Alleinige Herrscher der Welt sind nun die großen Megakonzerne, welche jeweils eine schwer bewaffnete Privatarmee besitzen. Zusätzlich zu den “normalen” Bodenkämpfern gibt es sogenannte Agenten. Die Agenten sind die Vorzeigeentwicklungen und vergleichbar mit Supersoldaten, die wie unser Protagonist die neuesten Technologien der eigenen Firma im Kopf verpflanzt bekommen haben. Aus diesem Grund sind wir eine wahre Kampfmaschine und verfügen über Angriffe und Hacks, die kein anderer Gegner im Spiel zur Verfügung hat.
Dies verdanken wir unserem Mutterkonzern Eurocorp, der uns mit einem neuen Prototypen der bahnbrechenden DART-6-Biochip-Technologie ausgestattet hat. Diese erlaubt uns ältere Chips zu manipulieren – dazu später mehr.
Wir sind also einer der Super-Agenten namens Miles Kilo, eine Ein-Mann-Armee, der für den Großkonzern Eurocorp die Interessen im globalen Konzernwettstreits durchsetzen soll. Die Macht und der Einfluss der Syndikate spielt nämlich im Jahr 2069 eine ganz entscheidende Rolle. Lügen, Korruption und Verrat selbst in den eigenen Reihen sind an der Tagesordnung, wodurch das Kämpfen und finden der Zielpersonen nicht gerade leichter gemacht werden.
Die Story an sich ist relativ einfach und oberflächlich zusammen gestrickt worden, wodurch das Storyfeeling einfach zu kurz kommt. Wer bei “Syndicate” eine emotionale und spannende Story erwartet, der wird leider enttäuscht. Dennoch ist die Atmosphäre im Spiel so dermaßen glaubwürdig, dass wir regelrecht in den Bann gezogen wurden.

Gameplay:

Neben actionreichen und imposanten Waffen wie einer ACR, Raketenwerfer, Laserstrahlwaffe – um nur Einige zu nennen – verfügen wir auch Dank des vorher erwähnten DART-6-Biochips über außergewöhliche nützliche Fähigkeiten, die euch im Kampf gegen die Unmengen an Gegnern helfen können. Da unser Chip derzeit noch als Prototyp gehandhabt wird und die neuesten Funktionen unterstützt, können wir andere Chips, die in Maschinen und sogar in Menschen verpflanzt wurden, kontrollieren, manipulieren und umändern. Bei einer Ansammlung von Wiedersachern auf engem Raum empfiehlt es sich das erste Feature unseres Helden zu benutzen: Selbstmord. Nachdem ein kleiner Ladebalken über den Kopf der Zielperson gefüllt wurde, zieht der Kollege eine Granate und sprengt sich und alle in der Umgebung stehenden Gegner in die Luft. Falls sich ein Gegner wehemend hinter einer Mauer versteckt hält, könnt ihr mit der Fehlfeuer-Funktion Projektile in seiner Waffe zum Explodieren bringen, sodass er verwirrt aus der Deckung taumelt. Auch ist es möglich durch diese drei Extras einen Gegner umzupolen. Nachdem er seine eigenen Kamerade niedergemetzelt hat, jagt er durch seinen eigenen Kopf eine heulende Kugel. Die eben beschriebenen Funktionen des Chips heißen „Suizid“, „Fehlfeuer“ und „Überzeugung“. Diese werden nacheinander freigeschaltet und in kleinen netten Tutorials erklärt.
Interessant ist auch der DART-Modus, welcher es uns erlaubt in einer Schwarz-Weiß-Ansicht die Zeit zu verlangsamen, wodurch man zielgenauer und schneller als seine Wiedersacher Patronen in den Körper des Gegenübers feuern kann. Obwohl das schon ausreichend wäre, werden die bereits gesehenen Gegner zusätzlich als orangefarbende Silluetten auch beispielsweise hinter Mauern dargestellt – also eine Art legaler Wall-Hack.
Nachdem man feindliche Chips brutal aus den Köpfen der Gegner geholt hat, kann man diese für seine eigenen Fähigkeiten benutzen und so in der Agenten Infobank neue Chips freischalten. So kann man die Grundgesundheit, die Maximal-Dauer des Dart-Bildschirms oder aber auch die maximale Munitionsmenge erhöhen.
Neben Shooter-Einlagen gibt es auch teilweise kleine Rätsel zu erledigen, die anfänglich sehr schwer wirken, da wir beim Spielen von Syndicate alle grauen Zellen in den Stand-By Modus heruntergefahren haben. “Syndicate” ist nämlich ein echter Shooter, bei dem man nicht lange nachdenken braucht, was als nächstes zu tun ist. Einfach drauf los ballern und die Gegner zur Stecke bringen. Da überrascht es einem schon, wenn man mit einer neuartigen Waffe per Anvisieren schwer erreichbare Schalter umlegen muss, um verschlossene Türen zu öffnen oder man mit Hilfe der Hack-Funktion einen Fahrstuhl wieder mit Strom versorgen muss.
Die Kämpfe in “Syndicate” sind dynamisch und bieten ein gesundes actionreiches Tempo. Sehr schade finden wir dennoch, dass manche Gänge sehr eng und so gut wie alle Level schlauchartig gehalten wurden, da man dadurch teilweise vergeblich eine hilfreiche Deckung sucht. Kleine Taktiken sind auch möglich, doch als Taktik-Shooter kann man “Syndicate” nicht betrachten und will es auch gar nicht. Die KI-Gegner sind nämlich nicht doof und merken, dass wir uns nur verstecken, um unsere Energie aufzufüllen und breschen mit aller Kraft vor, um uns den Garaus zu machen. Manchmal kommt es auch Durchaus vor, dass ihr mit unzähligen Granaten beworfen werdet, die ihr aber, wenn ihr schnell seit, in eigene Munition umwandeln könnt.
Als kleines Leckerbissen gibt es nach einigen Leveln auch Endbosse, die bezwingt werden möchten. Auf einem Bahnsteig bekamen wir nach gefühlten 100 Gegnern den ersten Endgegner in Los Angeles zu Gesicht, der als Aspari-Agent fungierte und zu überzeugen wusste. Er konnte sich zeitweise teleportieren, Hologramme von sich erstellen und Verstärkung rufen. Sehr abwechslungsreich, wobei die kommenden Bossfights nicht ganz so imposant wirken.

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Gewalt und die gute USK:

Die Starbreeze Studios sind mit “Syndicate” auf den Zug der gewaltverherrlichenden Spiele wie aktuell “The Darkness 2″ aufgesprungen und zeigen teils unnütze und übertriebene Gewaltexzesse, wodurch die USK verständlicherweise bis jetzt die Alterseinstufung verweigerte. Wir haben die PEGI-Fassung des Titels getestet, die folglich ohne Schnitte auskommt. Nach dem oben beschriebenen Bosskampf betreten wir nämlich den anrollenden Zug, der mit Passagieren gefüllt ist. Unser Mitstreiter ist direkt vor uns und schießt die unschuldigen Zivilisten, die um Gnade winseln und sich versuchen zu verstecken, kurzerhand und ohne die Miene zu verziehen nieder. Eigentlich sind solche Aktionen unnötig, doch passt es auch irgendwie in die Atmosphäre der Roboter-ählichen Menschen, die keine Gefühle mehr zeigen können. So werden auch die Körper von einer Mini-Gun in der Mitte zerfetzt, wobei auch 10 Liter Blut den Boden bedecken. Auch können beispielsweise mit der Schrotflinte Körperteile und sogar der Kopf pulverisiert werden.
Der getestete Koop-Modus macht mit Freunden eine Menge Spaß, da wir auch zum Zeitpunkt des Testens keine Ruckler oder Spielabbrüche feststellen mussten.

Grafik & Sound:

Das Szenario und die düstere Zukunft, die die Entwickler von Starbreeze hier geschaffen haben, wirken in sich stimmig und atmosphärisch. Genau so stellt man sich die Welt in knapp 50 Jahren in der Zukunft vor. Riesige Wolkenkratzer wo man nur hinschaut, fliegende kleine Raumschiffe und menschliche Hologramme, die einem am Eingang Willkommen heißen. Mit den sterilen Gebäudekomplexen und gleißend hellen Lichtern, sorgen die Mannen für eine Science-Fiction-Atmosphäre, die wir so noch nicht zu Gesicht bekommen haben. Der Gebäudekomplex unseres Mutterkonzerns wurde zum Beispiel sehr steril gestaltet, um die Forschungen und die Zukunft zu verdeutlichen. Schon etwas lächerlich wirkt es dennoch, wenn man an 20 Türen vorbei läuft und nur eine, die richtige Tür, sich öffnen lässt. Einige Ruckler und verwaschene Texturen sind uns auch aufgefallen. Diese sind aber nicht sonderlich tragisch, da die Grafik im Großen und Ganzen die Atmosphäre ergänzend unterstreicht. Neben der Action und den fliegenden Patronen hätten wir uns dennoch zerstörbare Umgebungen gewünscht. Bei Granatenbeschuss oder dergleichen, sollten schon einige Mauernteile von den Wänden abplatzen, was hier leider nicht der Fall war.
Der Sound wiederum wurde auch gut umgesetzt und unterstützt das Szenario in allen Belangen. Die Waffensounds sind stimmig zu den einzelnen Waffen und hören sich einfach nur bombastisch an. Besonders wenn man in engen Gängen mit einem Maschinengewehr auf die Gegner feuert. Auch hört sich die Mini-Gun sehr laut und kraftvoll an. Der atmosphärische Soundtrack und auch die deutche Synchronisation sind den Entwicklern von Syndicate überraschend gut gelungen, wobei die wichtigste Person im ganzen Spiel, der Protagonist, den Mund nicht aufbekommt, obwohl so viele grausame Morde um ihn herum passieren.

Fazit:

“Syndicate” ist im Vergleich zur ursprünglichen Version nicht mehr wiederzuerkennen. Action pur und Geballer, wo man nur hinschaut. Eine sehr flache Story, doch stimmt die Atmosphäre zunehmend. Ego-Shooter Fans können zugreifen, wenn sie mit einer flachen Story leben können oder einfach nur keine Lust haben, sich auf komplexe Geschichten einzulassen. “Syndicate” hebt sich durch die coolen Features ein wenig aus der Masse der durchschnittlichen Ego-Shooter Spiele ab, doch hätte das Spiel auf jedenfall mehr Potenzial gehabt, eine höhere Wertung zu erhalten. Sehr schade Starbreeze Studios!

Syndicate Review Bewertung 7.5 Review: Syndicate   Der Science Fiction Shooter im Test

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