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Review: Silent Hill Downpour – TEST

Nachdem “Silent Hill Homecoming” von den Fans der Serie nicht so gut aufgenommen wurde und mit mittelmäßigen Wertungen und Reviews zurecht kommen musste, hat das neue Entwicklerteam Vantra Games bereits im Januar in diesem Jahr versprochen, die Fehler aus dem Vorgänger zu entfernen und zu den Wurzeln der Serie zurückzukehren. Haben die Entwickler es geschafft “Silent Hill” zu seinem alten Glanz zu verhelfen? Das erfahrt ihr in unserem “Silent Hill: Downpour” Test.

Silent Hill Downpour Logo Review: Silent Hill Downpour   TEST

Einzelspieler & Story:

Der Einzelspieler und die Story in “Silent Hill: Downpour” sollen wie bereits erwähnt, mit den Schwerpunkten auf das Erforschen und den Horror die Spieler vor den Bildschirmen fesseln. Im neuesten Teil der Silent Hill Serie spielen und erleben wir in unserem Silent Hill Downpour Test die Geschichte eines neuen Protagonisten namens Murphy Pendleton, einen derzeit im Gefänignis inhaftierten Sträfling. Wir werden von einer Wache aufgefordert die Zelle zu verlassen, da der geplante Gefängnistransport bereit ist uns in ein neues Gefängnis zu verfrachten. Normalerweise ist dieser Transport Routine, doch verläuft diese lustige Busfahrt anders als geplant und endet in einem Horror-Szenario, das seines Gleichen sucht.
Doch bevor er dort ankommt, sieht er sich in einem schweren Autounfall verwickelt, bei dem einige mysteriöse Dinge passieren. Als er sich umschaut, bemerkt er, dass mehrere Insassen getötet wurden und der Bus nicht mehr fahrtüchtig ist. Nach dem Aussteigen aus dem Wrack wird er zwangläufig vom Ortsschild der unheimlichen in einem mysteriösem Nebel gehüllten Stadt begrüßt. Hier beginnt also die neue Geschichte im dichten Nebel der Horror-Stadt Silent Hill. Begleitet von einigen Tips und merkwürdigen Aussagen eines mysteriösen Radiomoderators namens DJ Bobby Ricks machen wir uns nun auf die Suche nach einem Ausweg aus der unheimlichen Gegend um die Geisterstadt Silent Hill.

Nach und nach werdet ihr im Laufe der Story die Hintergründe von Pendleton erfahren. So lernt ihr erst beim Voranschreiten kennen, welche Taten er begangen hat und wieso er eingesperrt wurde. In unserem Augen sehr gut gemacht, da so einige Spekulationen während dem Spiel möglich sind. Es fügen sich nach und nach alle Puzzle-Stücke zusammen, die im letzten Teil des Spiels Murphys bizarre Vergangenheit offenbaren. Zusätzlich weiß man im Nachhinein, wieso genau eben dieser, der perfekte Kandidat für den Horror-Trip nach Silent Hill war.
Auch wird es in “Silent Hill Downpour” erstmalig möglich sein, eigene Entscheidungen zu treffen, die sich auf den Spielverlauf auswirken. Ihr steht oftmals vor der Entscheidung, beispielsweise jemanden zu retten und eure Hilfe anzubieten oder diese Person einfach zu ignorieren. Eine nette Idee, doch nehmen eure Entscheidungen einen zu geringen Einfluss auf das Spiel. Konami lässt euch vor dem Starten des Spiels die Entscheidung eine für sich individuelle Schwierigkeitsgradanpassung durchzuführen. Die Spiel- und Rätselschwierigkeit können unabhängig voneinander geändert werden. Wenn ihr beispielsweise die Rätsel eher simpel gestrickt haben möchtet, könnt ihr das tun ohne, dass es sich auf den Rest des Spiels auswirkt.

Ein wichtiger Bestandteil sind auch die Nebenaufgaben, bei der ihr nicht nur Trophäen einheimsen könnt, sondern auch einige hilfreiche Gegenstände erhaltet. So ist in einem alten Kino eure Aufgabe verschiedene Filmrollen und eine neue Glühbirne zu finden, da der Projektor defekt ist. Nachdem wir den Film zusammengeklebt und eingelegt haben, können wir, konfus wie das Spiel ist, durch die Leinwand den Film betreten. An dieser Stelle möchten wir nicht mehr verraten, doch lohnt sich der kleine Ausflug auf jedenfall, da ihr eine seltene Waffe als Belohnung erhaltet. Im ganzen Spiel sind solche kleinen Nebenmissionen auf der gesamten Karte verstreut, sodass es immer etwas zu erledigen und zu erkunden gibt, wenn ihr mal keine Lust habt der Hauptstory zu folgen.

Gameplay:
Das Gameplay in “Silent Hill: Downpour” benutzt die klassische Steuerung, welche Fans der Serie gleich wiedererkennen werden. Man schnappt sich den nahegelegensten Gegenstand, der nur ansatzweise als Waffe fungieren kann und versucht sich so durch die verschiedensten Orte, die die Welt von Silent Hill zu bieten hat, zu schlagen. Das Kampfsystem ist, wie ihr wahrscheinlich wisst, sehr einfach gestrickt. Mit Viereck schlagt ihr, mit der Dreieck-Taste könnt ihr die Angriffe der Gegner blocken und mit R2 könnt ihr Gegenstände aus der Ferne auf die Gegner werfen. Wenn ihr das Glück habt eine Schusswaffe zu finden, könnt ihr mit dieser ganz normal anvisieren und im richtigen Moment abdrücken. Hört sich vielleicht schwer an, wenn die Gegner euch zu dritt unermüdlich verfolgen, doch haben die Entwickler von Vantra Games eine kleine Hilfe integriert. Wenn ihr mit dem Fadenkreuz in der Nähe von einem Gegner seit, wird sofort das nächstgelegene Körperteil anvisiert, wodurch ein nicht ganz genaues Zielen erforderlich ist.

Gleich zu Beginn erhaltet ihr ein Walkie-Talkie, welches euch wie in den Vorgängern auch, die Gegner ankündigt beziehungsweise aufmerksam macht. Wenn ihr ein leichtes Rauschen hört, müsst ihr aufpassen, nicht von hinten von einem Feind attackiert zu werden. Das Kampfsystem an sich ist, wie vorher schon erwähnt, bekannt und wurde im Großen und Ganzen nicht verändert. Die Kämpfe laufen bei “Silent Hill” sehr beängstigend und schwierig ab. Nicht zuletzt durch den Nebel erkennt ihr die Feinde auf der Straße in Silent Hill relativ spät, sodass ihr nicht mehr viel Zeit habt zu entscheiden, ob ihr in den Kampf geht oder doch lieber die Flucht ergreift. Auch wenn man jetzt denkt, dass das Flüchten für den einen oder anderen nicht in Frage kommt, raten wir euch dennoch an dieser Stelle zwischenzeitlich euren Stolz zu schlucken und lieber zu fliehen. Teilweise kommt es nämlich vor, dass ihr gegen vier Gegner kämpfen sollt, die euch von allen Seiten attackieren. Selbst wenn ihr euch einen Gegner aussucht und diesen zuerst angreifen wollt, ist diese Taktik nur schwer umzusetzen, da ihr andauernd von den anderen verbliebenen Gegnern von hinten geschlagen oder angesprungen werdet.


Die Kämpfe laufen nach einem relativ simplen Muster ab, da ihr “nur” schlagen könnt oder den Feind eben mit einer Schusswaffe, wie Pistole oder Schrotflinte bearbeiten könnt. Das Monster bleibt natürlich nicht einfach stehen und lässt alles über sich ergehen, sondern versucht auch mit verschiedenen Attacken, oder schnelles Entgegenkommen, euch die Energie abzuziehen und keine Pause zu gönnen. Diese könnt ihr mit einem schnellen Tastendruck so lange blocken, bis der richtige Moment zum erneuten Gegenangriff gekommen ist. Es gibt einige unterschiedliche Gegnertypen, wobei aber oft ein und die selben Kreaturen in bestimmten Arealen anzutreffen sind. Das Kampfsystem hat uns grundsätzlich überzeugt,wenn man bedenkt, dass Pendleton da keine echten Waffen zur Verfügung stehen, um den richtigen Widerstand leisten zu können. Auch die fehlenden Fluchtmöglichkeiten, wie Wegrollen oder schnelles Umdrehen, bringen das Unterlegenheitshefühl und die damit Verbundene Angst und Panik sehr gut zur Geltung. Diese Funktionen hätten wir uns dennoch gewünscht, um den Kampf etwas dynamischer zu gestalten. Das Gameplay und die Steuerung sind nicht mehr ganz zeitgemäß, doch wirkt es in sich stimmig und für diese Serie nachvollziehbar. Ihr findet an jeder Ecke irgendwelche Alltagsgegenstände wie ein Brecheisen, Holzbrett oder dergleichen, die als Waffe benutzt werden können. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass eure Gegenstände nach einer bestimmten Zeit durchbrechen und somit unbrauchbar werden, sodass eine neue Waffe gesucht werden muss. Dieser Prozess wird durch Angriffe oder durch das Blocken mit der Waffe beschleunigt. Habt ihr mal keine Waffe zur Hand, könnt ihr auch mit euren Fäusten kämpfen, wobei ihr selbstverständlich weniger Schaden austeilt, als mit einer Axt oder dergleichen. Auch wird euch, anders als mit einer Waffe, beim Blocken mit den Händen ein wenig Lebensenergie abgezogen. Wenn ihr eine Schusswaffe euer Eigen nennen könnt, kann man sich auch nicht auf der sicheren Seite fühlen, da im gesamten Spiel nur sehr wenig Munition versteckt wurde. Von zehn Gegnern habt ihr vielleicht einen mit dem Colt niederstrecken können, da schlicht und einfach die Munition fehlt. Genauso sieht es auch mit den Medi-Packs aus, welche zwar beim genauen Absuchen der Umgebung gefunden werden, doch immernoch eine Rarität im Spiel darstellen.

Als Hilfe zur Orientierung gibt es Landkarten oder Stadtkarten von den verschiedenen Orten, die ihr bereist. Diese sind meistens am Anfang eines neuen Gebietes mal leicht aber wiederum auch etwas schwieriger versteckt. Die Karten helfen euch dabei bereits erkundete Räume oder dergleichen nicht nochmal unnötigerweise zu betreten. Zusätzlich werden euch alle möglichen Räume angezeigt, die es in diesem Gebiet gibt. Die Markierungen sind wie in den Vorgängern auch die bekannten Zeichen, wie Pfeile für ein Durchgang, eine gestrichelte Linie für eine verschlossene Tür oder ein Kreis, der den weiteren Weg zur Hauptstory anzeigt. Auch werden euch beim Annehmen einer Nebenmission einige Orte mit einem Fragezeichen markiert, die euch möglicherweise Gegenstände zur Lösung eines Rätsels bringen. Auch gibt es die bekannte Taschenlampe, um sehr dunkle und schlecht beleuchtete Orte zu erkennen. Es gibt aber eine kleine Neuerung, welche neue Wege bietet. Neben der Taschenlampe könnt ihr auch im Verlauf des Spiels eine UV-Lampe einsetzen, welche euch versteckte Hinweise anzeigt. Aus diesem Grund ist es manchmal sehr sinnvoll zwischen der normalen und UV-Lampe zu wechseln, um wirklich kein Geheimnis zu verpassen.

Neben den Waffen, der Karte und den unzähligen Gegenständen, braucht ihr natürlich auch ein Inventar, um die Gegenstände zu verstauen. Dieses wurde recht einfach gehalten, da ihr beim simplen Scrollen nach rechts und links die Gegenstände auswählen könnt. Zusätzlich gibt es noch ein Tagebuch, welches die oben erwähnten Karten, Tips, die Ziele und einige Mysterien beinhaltet. Dort werden euch einige Ereignisse aus der Vergangenheit in Silent Hill erläutert, wobei man dort auch aktuelle Dokumente wie Polizeiberichte finden könnt. Diese sind teilweise sehr informativ und runden das Feeling der furchterregenden Stadt ab.

silent hill downpour test Review: Silent Hill Downpour   TEST

Grafik und Sound:
Die Grafikstil von Silent Hill entspricht perfekt dem Setting des Spiels an und passt sich diesem an. Die Stadt wurde furchterregend, verlassen und leer gestaltet. Dicht umhüllt von Nebelwänden wird dadurch mit der Unterstützung der Dunkelheit ein beklemmendes und bedrückendes Feeling erzeugt, bei dem so manchen Spieler in bestimmten Schrecksituationen das Fürchten gelehrt wird. Dadurch wird auch die Sicht des Spielers beeinträchtigt und zusätzlich die Sicht in die Ferne genommen. So kann man immer schlecht abschätzen, was einem als nächstes erwartet. Auch erschwert der teilweise monsunartige Regen die Sicht immens. Abgerundet wird das Horror-Szenario von einem Gewitter mit donnernden Schlägen und grellen Blitzen, die das Grusel-Feeling und die Angst des Spielers weiter schüren. Türen quietschen, Raben kreischen, Kinder weinen und Frauen schreien, als würden sie um ihr Leben kämpfen. Und das alles ohne jemanden wirklich zu sehen. In Häusern kommt es durchaus mal vor, dass ein großer Raum nur mit einer kleinen Nachttischlampe oder einer Leselampe auf dem Schreibtisch erhellt wird, wodurch ihr förmlich gezwungen seit die Taschenlampe oder bloß ein Feuerzeug zu benutzen. Nach dem Betreten eines neuen Raumes, schlägt die Tür irgendwann zu, sodass man direkt in Alarmbereitschaft ist, und sich fragt, ob vielleicht doch eine Kreatur hinter einem lauert.

Die Stadt, wie auch die Orte und Räume werden glaubhaft und realistisch dargestellt; hier spürt man deutlich die Liebe zum Detail der Entwickler. Überall stehen Gegenstände wie Mülltonnen, Kartons, Telefonzellen und Bänke, welche die Stadt trotz Menschenleere lebendig wirken lässt. Ausgefallene, orange leuchtende Ampeln zeigen euch eine Kreuzung und spenden etwas Licht in der beklemmenden Welt von Silent Hill. In unserem Test kam es hin und wieder vor, dass einige Texturen schwammig oder nicht ganz so hochauflösend dargestellt worden sind, doch ist die Grafik bei diesem Spiel eher zweitrangig, da die Atmosphäre und das Setting einfach zu überzeugen wissen und seit jeher der Schwerpunkt der Serie sind. Wirklich störend sind aber die Frameraten-Einbrüche, die teilweise wirklich den Spielfluss stören. Wir hoffen, dass dieses Problem mit einem nachträglichen Patch beseitigt wird.

Auch wenn Akira Yamaoka nicht mehr der zuständige Komponist für den Soundtrack ist, sind die Musik und Soundeffekte von Daniel Licht einfach passend und stehen dem von Yamaoka in nichts nach. Die Atmosphäre wird durch die Musik ergänzt und vermittelt dadurch ein noch beklemmenderes und furchteinflößenderes Erlebnis als ohnehin schon. Der Soundtrack passt sich auch dem Gameplay und den verschiedenen Situationen an. Ist man beispielsweise in einem Kampf verwickelt wird die Musik etwas schneller und wirkt zugleich bedrohlicher. Beim Erkunden hört man meistens beängstigende Stille, wobei Schreie, Krähen oder verstörende Knackgeräusche zu hören sind. Die Nostalgiker unter euch wird sofort der Sound beim Aufnehmen der Gegenstände auffallen, der wie bei den anderen Teilen zu hören ist. Auch haben die Entwickler einige Easter Eggs in Spiel versteckt, bei denen ihr beispielsweise das Apartment von Silent Hill 4: The Room betreten könnt oder eine Jukebox die Titelmelodie vom ersten Teil spielt. Zusätzlich unterstützt “Silent Hill: Downpour” stereoskopisches 3D, welches das Spiel noch realistischer wirken lässt und den Umgebungen eine gewisse Tiefe verleiht.

Fazit und Bewertung:
“Silent Hill: Downpour” hat es unserer Meinung geschafft zu seinen Wurzeln zurückzukehren und dem Spieler das Fürchten zu lehren. Die Atmosphäre, das Gameplay und die Story wurden perfekt aufeinander abgestimmt, wobei man bei der Grafik einige Abstriche hinnehmen muss. Eine Neuerung ist auch das Annehmen der optionalen Nebenmissionen und Aufgaben, die euch zusätzlich Einblicke in die Welt von Silent Hill geben. Wer Horror-Spiele mit einer guten Geschichte und einigen Actionszenen mag, wird “Silent Hill: Downpour” lieben. Willkommen in Silent Hill!

Silent Hill Downpour Review Bewertung 8.0 Review: Silent Hill Downpour   TEST

5 Kommentare

  1. TheSuperMario

    22. März 2012 at 20:27

    Bin mir jetzt echt unsicher, ob ich mir Resident Evil oder Silent Hill kaufen soll… Helft mir!

  2. Markus

    22. März 2012 at 21:42

    Wo habt ihr das denn schon her ihr schweine? :D werde es mir auch holen

  3. Crossbreed

    23. März 2012 at 14:02

    @ TheSuperMario

    Das kommt natürlich ganz drauf an, was du genau möchtest.
    Wie du unseren Reviews entnehmen kannst, ist Silent Hill eher ein traditionelles Survival Horror Game, wobei Resident Evil: Operation Raccoon City ein waschechter Third Person Shooter ist, der im Resident Evil Universum angesiedelt ist.

  4. YaoGuai_GeR

    24. März 2012 at 20:50

    Kauf dir beides ;)
    -
    Ich kauf mir Resident Evil, weil ich soviel Horror net mag…lieber abschlachten :D

  5. Reiter34

    27. März 2012 at 14:56

    Also ich kaufe mir Silent Hill Downpour weil man Resident evil Racoon City schon nach 4 Stunden durchgespielt hat, was für mich keine 60 euro wert sin!

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