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Review: WRC 4 – Der dreckige Racer im Test

Dass Autorennen immer eine heiße Sache sind, ist ja klar. Mittlerweile wirkt das Thema eigentlich ordentlich ausgelutscht. Gerade die Aussicht auf Need for Speed: Rivals, Driveclub und The Crew ist toll. Auch WRC 4 ist mal wieder ein erfrischender Rallyetitel, der uns in eine etwas andere Welt entführt. Hier gewinnt nicht, wer den Gegner am besten von der Strecke drängt oder wer den besten Spoiler hat, sondern einfach nur wer der beste Fahrer ist. WRC 4 ist ein vollwertiges Rallyspiel und führt uns von Schotter auf die Straße, durch Dreck und Pfützen und zeigt uns eine ganz andere Rennspielwelt. Ob es WRC 4 allerdings mit unseren hohen Ansprüchen aufnehmen kann oder ob es irgendwo im Dreck stecken bleibt, haben wir für euch in unserem WRC 4 Test herausgefunden.

wrc logo 600x300 Review: WRC 4   Der dreckige Racer im TestSingleplayer & Story:

WRC 4 bietet neben der Möglichkeit Einzelrennen und einzelne Etappen zu fahren, natürlich auch die Möglichkeit ganze Meisterschaften und eine eigene Karriere zu starten. Die erste Trophäe ist relativ schnell verdient. Ihr müsst nur euer Fahrerprofil anlegen. Was relativ einfach beginnt, mit einer einfachen Steuerung, langsamen Fahrzeugen wie einem Fiesta, wird schnell anspruchsvoller. Während wir im Test mit unserem ersten Karriererennen keinerlei Problem hatten, wurde das Ganze schnell wesentlich anspruchsvoller. Es wird also durchaus für anstrengende Rennen gesorgt.

Im Karrieremodus müsst ihr euch zunächst eure Sporen verdienen. Ihr dürft für verschiedene Teams antreten um euch einen Jahresvertrag für eine gesamte Saison zu verdienen. Dabei müsst ihr verschiedene Aufgaben erledigen, wie bestimmte Plätze erreichen oder einen Konkurrenten ausstechen. Leider ist das auch schon fast alles, was es zu erledigen gibt. Viel Abwechslung gibt es dabei nicht. Zwischen allen Etappen geben verschiedene Fahrer Kommentare ab, die aber leider auch relativ eintönig bleiben. Wenigstens wird man als Fahrer persönlich erwähnt. Da könnte man in der Regel aber auch mehr verschiedene Kommentare einbauen, da es eigentlich fast immer der gleiche Einheitsbrei ist. Ein paar Texte hätte man sicherlich schreiben und sprechen können. Ein einfacher Zufallsgenerator sollte hier aber auch schnell für Abwechslung reichen.

Gameplay:

Spielerisch ist es natürlich nicht wirklich anspruchsvoll: Autofahren! So schwer kann das ja eigentlich nicht sein, möchte man meinen. Gerade in den Anfängen ist es sehr einfach, da man mit dem Fiesta, mit dem man auf jeden Fall beginnen muss, recht lahm unterwegs ist. Im allgemeinen fehlt uns im Spiel die Geschwindigkeit ein bisschen. Die Kontrolle über das Fahrzeug ist schnell erlernt und man kann durchaus mit den drei wichtigsten Tasten Gas, Bremse und Handbremse klar kommen. Dafür ist es gar nicht mehr so einfach den Wagen immer auf der Straße zu halten! Etwas anspruchsvoller ist das Ganze schon, trotzdem fehlt uns etwas.

Einen negativen Punkt gibt es aber leider, der nicht unerwähnt bleiben kann. Die Spielzeit ist im Vergleich zu den Ladezeiten eigentlich recht mickrig gehalten. Zwischen zwei Ladezyklen vergeht meist nur ein Abschnitt etwa 5-8 Minuten und dann gibt es wieder Ladezeiten von bis zu drei Minuten, bis wir den nächsten Abschnitt fahren können, nur weil in der Zwischenzeit der Boxenstop angezeigt werden muss. Das nervt auf Dauer ziemlich!

wrc screen 1 Review: WRC 4   Der dreckige Racer im Test

Grafik & Sound:

Tja hier kommen wir leider zu einem Problem, denn optisch hinkt WRC 4 ein bisschen hinterher. Die Gestaltung der Strecken ist relativ gut und anspruchsvoll, aber das grafische Design, vor allem neben der Strecke, ist recht mies. Optisch passt das alles nicht wirklich ins Bild. Wir haben in Deutschland gestartet und zufällig kennen wir die Gegend der Rallyestrecken persönlich. Weder die Grafik, noch die Gestaltung der Gegend ist halbwegs realistisch gehalten. Das enttäuscht uns schon. Es fällt auch auf, das  immer wieder nach dem Baukastenprinzip gearbeitet wird und sich sowohl Gebäude, als auch Streckenteile immer wiederholen. Das macht natürlich durchaus ein bisschen den Reiz des Spiels kaputt. Die teilweise recht lieblos gestalteten Strecken sind ein definitiver Nachteil, der sich leider auch in der Bewertung teilweise widerspiegelt. Während der Fahrt bekommt man freilich nicht allzu viel von der Umgebung mit und ist damit auch nicht auf eine besonders tolle Grafik angewiesen, aber leider sind auch die Zwischensequenzen teils aus schlecht wirkenden Videos zusammengeschnitten. Das ganze passt irgendwie nicht wirklich zusammen, denn einige Videos könnte man locker als HD Qualität bezeichnen, während andere wirken als wären sie ein alter Hi-8 Film. Gerade beim Start eines Rennabschnitts kommt es immer wieder aus unerklärlichen Gründen zu ruckelnden Videosequenzen. Das Spiel selbst läuft relativ flüssig, aber direkt nach dem Laden einer Strecke ruckelt das Video für einige Momente.

Der Sound an sich ist qualitativ schon in Ordnung. Die Ansagen des Beifahrers sind klar und deutlich, in deutsch gehalten, sodass man auch wirklich etwas damit anfangen kann. Ein kleines Tutorial Video erklärt uns dann, was die Ansagen genau bedeuten. Lustigerweise beschwert sich der Beifahrer auch relativ emotionslos, wenn wir irgendwo gegen fahren oder zu viel am Rand der Strecke den Dreck aufwühlen. Auch hier ist wieder ein Standardspruch für jede Situation eingebunden: Ein „Willst du uns umbringen?“ oder „Bist du wahnsinnig!?“ gibt es leider nicht, die Sprüche sind eher in der Richtung von Kurzanweisungen gehalten wie „Mittig fahren“ oder „das war knapp“. Schade eigentlich daraus hätte man auch mehr machen können.

Fazit & Bewertung:

WRC 4 stellt uns die aktuellen Renner der Saison 2013 zur Verfügung und ist an sich komplett. Die Streckengestaltung ist leider zu offensichtlich aus Bausteinen zusammengefasst und gleicht daher Editorstrecken mit Standardbausteinen, was leider negativ auffällt. Die Videoruckler können wir mal außen vor lassen, da sie grundsätzlich nur nach dem Laden einer Strecke auftauchen und auch nach etwa 2 Sekunden wieder weg sind, also lange bevor das Rennen eigentlich startet. Negativ fällt allerdings auf, dass die Grafik nicht mehr auf dem neusten Stand ist und das Spielgefühl relativ träge wirkt. Die langen Ladezeiten sorgen immer wieder für Unterbrechungen, welche wir nicht verstehen können, da solche Probleme eigentlich nicht mehr auftreten sollten. Seltsamerweise scheint WRC 4 technisch nicht ausgereift zu sein und kann deshalb keine Bestbewertung mehr bekommen. Spielerisch, wenn man die Mankos einmal außer Acht lässt, bekommt man ein interessantes Rallye-Arcade Erlebnis, welches durchaus gelungen ist. Die Strecken sind anspruchsvoll gestaltet. Die Umgebungsgestaltung ist leider ebenfalls sehr klischeehaft ausgefallen. Schade, dass man die Umgebung nicht ein bisschen detaillierter und realitätsnaher dargestellt hat. Trotzdem ist WRC 4 ein leicht erlernbarer, gut zu spielender Titel, der seine Mängel hat, dafür aber auch nicht so teuer ist und ein solides Arcadeerlebnis bietet.

WRC 4 Review Bewertung  8.0 Review: WRC 4   Der dreckige Racer im Test

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