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Review: BioShock Infinite im Test – Der Ego-Shooter der besonderen Art

Bereits im Vorfeld und kurz vor dem offiziellen Release wurde BioShock: Infinite mit positivem Feedback förmlich überhäuft und konnte von mehreren Magazinen eine Top-Wertung ergattern. Doch entsprechen die Wertungen der Wahrheit oder können diese Tests einfach nicht stimmen? Das und viel mehr erfahrt ihr in unserem ausführlichen BioShock Infinite Test.

BioShock Infinite Test Logo Review: BioShock Infinite im Test   Der Ego Shooter der besonderen Art

Singleplayer & Story:

Willkommen in Columbia – so werden wir noch am Anfang herzlich begrüßt, doch werden wir schnell als falscher Hirte enttarnt. In BioShock Infinite schlüpfen wir in die Rolle des ehemaligen Pinkerton-Agenten Booker DeWitt und haben als Aufgabe ein junges Mädchen zu finden und aus der Stadt zu retten. Zeitlich befinden wir uns im 20. Jahrhundert – genauer gesagt im Jahr 1912. Elizabeth, das besagte Mädchen, wird seit ihrer Kindheit in einer großen Statue gefangen gehalten und rund um die Uhr beobachtet. Doch was hat die unschuldige Frau mit der ehemaligen Hoffnung Amerikas zu tun?

Während der Anfang des Spiels noch relativ einfach gestrickt wurde und sich noch ruhig spielen lässt, kommt es spätestens nach der Befreiung von Elizabeth zu einigen hitzigen Gesprächen und Geschehnissen, sodass die Story sehr konfus und irritierend wirkt. Im weiteren Spielverlauf jedoch werden wir mit immer mehr Informationen und Details versorgt, welche uns mehr Hintergründe geben – Zu Elizabeth, aber auch zu uns, dem Protagonisten Booker DeWitt. In der Stadt über den Wolken sind die Bewohner sehr religiös und gottesfürchtig, während sie einen Propheten namens Comstock verehren. Irrational Games und der Kopf hinter dem Team Ken Levine haben auch den Sprung die Politik und unsere Gesellschaft darzustellen perfekt eingefangen, auch wenn es teilweise sehr traurig ist. Farbige und aus Asien abstammende Menschen werden wie in unserer realen Welt ausgebeutet und teilweise misshandelt. Es gibt unterschiedliche Toiletten für Farbige und Weiße und man merkt schnell, dass die Menschen Vorurteile gegen die “Anderen” haben. Das hört man sehr deutlich aus den vielen Dialogen der Stadt-Bewohner heraus, welche man besser nicht machen hätte können. Doch wieso sind wir eigentlich nun in Columbia? Wer ist Elizabeth und wieso wurde sie festgehalten? Welche Aufgabe hat Songbird? Solche Fragen bekommt ihr im Spiel sinnvoll und passend erklärt, leider erst relativ am Ende, doch macht es dann auf jedenfall Sinn.

Zur Story haben wir keinerlei Beanstandungen – genau im Gegenteil. Die Geschichte rund um Columbia ist überwältigend und ausgezeichnet. Das Story-Telling, aber auch die Story an sich, finden wir sehr gut gelungen und fesselnd. Spätestens in der letzten Hälfte des Spiels möchte man BioShock: Infinite nicht mehr aus der Konsole legen. Überragend ist auch die Integration von Elizabeth. Im Vorfeld könnte man denken, dass es nervig sein könnte auf Elizabeth “aufzupassen”, doch dem ist überhaupt nicht so, denn sie hat mehr drauf als wir gedacht haben. Sie unterstützt uns in jeder Situation und hat einige nützliche Dinge im Turm von Monument Island gelernt. Auch gibt es ständig Konversationen zwischen den beiden, wodurch sich spürbar eine Beziehung aufbaut, die auch manchmal leicht kurz vor der Beendigung steht. Konnte uns BioShock Infinite genauso beim Gameplay überzeugen oder versagt es hier leider auf ganzer Linie?

Gameplay:

In BioShock: Infinite habt ihr die Möglichkeit mit einem Greifhaken Nahkampf-Attacken auszuführen, die für unseren Geschmack sehr brutal aussehen. Wir rammen diesen in die Wange unseres Gegners und lassen ihn rotieren und unseren Feind danach drei Meter durch die Luft fliegen. Zudem können damit auch die Köpfe abgeschnitten werden – auch bei gezielten Schüssen wie mit der Schrotflinte oder dem Scharfschützengewehr rollen die Köpfe. In Columbia können wir uns über eine Art Achterbahn, die sich Skyline nennt, und über Haken fortbewegen. Ein cooler Nahkampf-Angriff ist der sogenannte Skyline-Angriff, welcher direkt von der Skyline oder einem Haken ausgeführt wird. Bei diesem wird ein Gegner noch beim Hängen anvisiert und ausgewählt, sodass ein fataler Angriff aus luftigen Höhen vollführt wird.

Doch gibt es in BioShock: Infinite auch maschinelle Unterstützung. Zum einen gibt es eine Pistole, Maschinengewehre und Schrotflinten und härtere Kaliber wie Scharfschützengewehre und Panzerfäuste. Munition findet ihr bei den Gegnern oder auf der Karte verstreut. Das präzise Schießen fanden wir jedoch mit der Standard-Einstellung etwas schwierig, da man mit der R3-Taste das Zoomen aktiviert – möchte man nicht mehr anvisieren, muss der Knopf erneut gedrückt werden. Irrational Games haben sogar für eingefleischte Ego-Shooter Fans eine Lösung parat, denn es gibt verschiedene Controller-Einstellungen, wobei wir uns für Scharfschütze entschieden haben – für Shooter-Kenner genau das richtige. Mit der L1-Taste wird gezoomt und mit R1 die Kugeln abgefeuert.

Neben Schusswaffen wie Pistole und Maschinengewehr, habt ihr in BioShock: Infinite wie in den Vorgängern auch viele nützliche Fähigkeiten, die ihr einsetzen könnt, um euren Gegnern mehr Schaden zuzufügen, abzulenken oder sogar eure Feinde zu bekehren. Sehr cool ist hier die Fähigkeit Killerkrähen, die eure Gegner ablenken und ein wenig Schaden zufügen. Feurige Granaten können geworfen werden, Blitze abgefeuert oder sogar Personen und Gegenstände zu euren Gunsten verändert werden. Mit der Fähigkeit Beherrschung seid ihr in der Lage eure Gegner dazu zu bringen sich gegenseitig anzugreifen und anschließend einen Selbstmord auszuführen. Die Fähigkeiten können sogar mit einigen Upgrades erweitert werden, um diese zu verbessern. Silver Eagle ist die Währung in Columbia, mit denen ihr zum Beispiel die Krähen-Falle-Hilfe kaufen könnt, welche die Opfer der Killerkrähen zu Krähenfallen werden lassen, sodass noch mehr Schaden verteilt werden kann.

Auch gibt es nun Ausrüstungsgegenstände, die gefunden werden können, sodass ihr gestärkt euren Feinden gegenübertreten könnt. Den ersten Gegenstand, den wir gefunden haben, ist beispielsweise der ‘Brennende Heiligenschein’, welcher eine siebzig-prozentige Chance hat eure Ziele bei Nahkampf-Angriffe in Brand zu setzen. Euer Opfer nimmt dann vier Sekunden lang 300 Schadenspunkte – eine nette Bereicherung.

Durch die verschiedenen Fähigkeiten und Waffen lassen sich viele coole Gefechte ausführen, welche stets anders angegangen werden können. Für die unterschiedlichen Gegnertypen können verschiedene Taktiken entwickelt werden, was uns auf jedenfall sehr überrascht und überzeugt hat. Die Kombination aus allen umfangreichen Features wurden sehr passend und stimmig umgesetzt. Zusätzlich habt ihr natürlich auch eure Begleiterin Elizabeth dabei, welche euch unterstützt und einige coole Features mit sich bringt. Habt ihr wenig Munition oder eure Energie neigt sich dem Ende zu, dann wirft sie euch die passenden Gegenstände zu. Doch hat das unscheinbare Mädchen mehr auf dem Kasten als uns lieb ist. Da diese Fähigkeit grundlegend zur Story beiträgt, möchten wir hier nicht näher ins Detail gehen, da wir euch diese Überraschung nicht verderben möchten. Eines sei gesagt – Die Kämpfe werden noch dynamischer und es gibt viel mehr Möglichkeiten.

Grafik & Sound:

Der Anfang von BioShock Infinte weiß direkt zu beigeistern, da man sich gleich in gewohnter Umgebung befindet – an einem Leuchtturm. Das Setting wirkt sehr glaubhaft und atmosphärisch, während der erste Eindruck von Columbia auf jedenfall beeindruckend ist. Alles wirkt sehr stimmig und passt sehr gut zusammen. Überall stehen oder sitzen Leute, die sich auch sinnvoll unterhalten. Zudem sind überall Gegenstände verteilt, die ihr aufsammeln könnt. Dadurch wirken die Settings sehr lebendig und auch farbenfroh, da sehr viele Farben benutzt worden sind. Ihr kennt es sicherlich aus anderen Ego-Shootern, in denen fast nur Grautöne zum Einsatz kommen. BioShock Infinite ist genau das Gegenteil, freundlich und einladend – am Anfang zumindest. Doch hat Columbia auch seine Schattenseiten, die düster, dunkel und etwas angsteinflößend sind – folglich für jeden etwas dabei. Die verschiedenen Settings wie Monument Island, die Stadt selber oder aber auch die Battleship Bay wissen zu überzeugen. Das heruntergekommene Shantytown und das Gefängnis haben auch einen gewissen Charme und sind detailliert zugleich. BioShock: Infinite kann durch seine sehr facettenreichen Settings glänzen. Grafisch gefällt uns BioShock: Infinite sehr gut, auch wenn hier und da unscharfe Texturen auffallen, doch stören diese beim normalen Spielen eher weniger. Die bekannte Kantenglättung, bei der sich Treppchen bilden können, konnten wir so gut wie nicht feststellen – super umgesetzt. Die Bewohner der Stadt wirken auch sehr stimmig, obwohl wir teilweise das Gefühl hatten “Dich kennen wir doch schon, oder?”. Die Settings sind relativ linear, wobei einige Räume und Häuser optional erkundet werden können, in denen sich Ausrüstungsgegenstände oder dergleichen befinden. Die einzelnen Areale sind in Bereiche eingeteilt, welche durch eine kurze Ladesequenz getrennt werden. Sonst kommt das Spiel ohne Ladepausen aus.

Der Sound im Spiel setzt auf Dolby Surround und das hört man auch. Der Soundtrack zum Spiel unterstützt perfekt die jeweilige Situation des Titels. Während bei uns durch die Musik in der Battleship Bay wahres Urlaubsfeeling aufkommen wollte, wird man nicht nur visuell durch die engen Gänge des Monument Island gejagd, sondern auch der Adrenalinspiegel durch die Soundeffekte und musikalische Unterlegung gesteigert. Stimmige Synchronsprecher laden zum Zuhören der Gespräche ein, wobei uns auch ein eigentlich total unwichtiger Marktschreier auf dem Jahrmarkt gefesselt hat. Die Dialoge in BioShock: Infinite sind einfach der Wahnsinn. Die Dialoge an sich aber auch die deutschen Synchronsprecher wissen, wie man es richtig macht. Beim nächsten Spiel raten wir 2K auch hier auf das gleiche Tonstudio zu setzen – super Arbeit.

Fazit & Bewertung:

BioShock Infinite konnte uns wirklich positiv überraschen. Die überragende und gelungene Story mit der recht schönen und detaillierten Grafik und den facettenreichen Settings machen BioShock Infinite zu einem Ego-Shooter der besonderen Art. Die Synchronsprecher haben einen sehr guten Job gemacht, während die Dialoge sinnvoll übersetzt wurden. Die Dialoge selbst eigentlich unwichtiger Personen laden zum Zuhören und Verweilen ein. Das sehen wir sehr selten in Spielen. Die allgemeinen Sound-Effekte und die musikalische Untermalung passen perfekt zum Titel und tragen ihren Teil zur stimmigen Atmosphäre bei. Spielerisch bleiben auch keine Wünsche offen, da ihr jede Menge Waffen und Fähigkeiten zur Verfügung habt, um gegen eure Gegner anzutreten, während Elizabeth auch einige coole Features parat hat. Absolute Kaufempfehlung.

Review BioShock Infinite Test Bewertung 9.5 Review: BioShock Infinite im Test   Der Ego Shooter der besonderen Art

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